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Warum es so unglaublich cool ist, in unmittelbarer Nähe zur Universität zu wohnen

Ende des Jahres 2016 bin ich nach einem halbem Jahr in Berlin nach Nürnberg zurückzogen, um mein Studium weiterzuführen. Nachdem ich bereits etwas mehr als einen Monat auf Sofas diverser Freunde verbracht hatte, bot sich mir die Chance, für einige Zeit eine Wohnung von Freunden zur Zwischenmiete zu übernehmen . Glücklich darüber, bald wieder ein Stück Privatsphäre mein Eigen nennen zu dürfen und die Aussicht darauf, ohne Beschwerden nackt durchs Zimmer laufen zu können, nahm ich das Angebot ohne Umschweife an. Als ich mich nach der Lage der Wohnung erkundigte, stellte ich fest, dass sich diese in unmittelbarer Nähe zu meiner Universität befand.Ich ahnte bereits, dass sich dies positiv auf meine Uni Besuchs Rate auswirken könnte, welch weitere Vorteile der Standort mit sich bringt, war mir bis dahin jedoch nicht klar gewesen. Dies sollte sich in kommenden Monaten ändern.1. Überraschung ! Der Weg zur Uni ist nicht weitVorlesung um 14 Uhr ? Wecker auf 13:45, Müsli to go in der Tupperbox, Hoodie übers Schlafshirt, Mütze auf und raus. Genau 6 Minuten vergehen vom Schließen der Haustüre bis zum automatischen Öffnen der Universitätstüren. Perfekte Kippen Zeit. Um sich eventuell noch 5 Minuten mehr Schlaf zu genehmigen, starte ich den Versuch, das Rad zu benutzen. Wegen der ungünstigen Gestaltung der Fahrradwege verlängert sich die Wegdauer dadurch aber nur. Bei Wochenendseminaren ergibt sich ein weiterer Vorteil: bereits eine 30 Minütige Mittagspause bietet plötzlich die Chance zu einem kurzen Mittagsschlaf im heimischen Bett. Auch bin ich wohl tatsächlich öfter zu Vorlesungen gekommen. Die Ausrede mit dem nervigen Hinweg hat ja jetzt nicht mehr funktioniert. 2.Kostenloser Highspeed InternetzugangLeider wurde mir mein Wlan nach einem Monat abgeschalten und so war ich Zuhause bald internetlos. Wenn die Universität ums Eck liegt, sieht man das jedoch relativ gelassen. Jeden Abend ab 20 Uhr war ich anschließend in eben jener Stammgast und konnte mich mit bester Internetqualität, durch die Untiefen des Internets kämpfen. Musik und Filme downloaden, Emails beantworten, auf Facebook versumpfen. Dabei habe ich nicht nur herrlich schön Zeit verplämpert, sondern auch Freundschaft mit dem Sicherheitsdienst geschlossen. Darüber hinaus ist mir klar geworden, dass es mehr Studenten ohne heimischen Internetanschluss gibt, als man denkt. Oder warum sonst sitzt man bis 10 Uhr abends in der Uni ?Einsame Seelen auf der Suche nach Internet, die in der Uni fündig werden. Wie schön. 3 Fitnessstudio und DuschenGlücklicherweise hat genau zu jener Zeit ein örtliches Fitnessstudio für Werbezwecke mehrere Geräte zur kostenlosen Benutzung im Erdgeschoss der Uni installiert.So konnte ich meine Joggingrunden mit einem kleinen anschließenden Kraft Work-Out verbinden. Da meine Dusche in der Wohnung relativ klein war und Wasser ja auch seinen Preis hat, habe ich mich anschließend auch oft gleich noch dort geduscht. 4. Bier, Kuchen und MenschenDa die bayrischen Ladenschlussgesetze nicht besonders viel Rücksicht auf meinen - zugegebenermaßen etwas ungewöhnlichen - Lebensrhythmus nehmen und es nach 20 Uhr bereits eine gewaltige Aufgabe darstellt, irgendwo Bier aufzutreiben, war es sehr vorteilhaft, die Fachschaft der sozialen Arbeit – im übrigen meines Studiengang – ums Eck zu wissen. Ein schier endloser Vorrat an diversen Bier Sorten für einen Euro, dazu eine Auswahl verschiedener Spirituosen und Club Mate. Oft auch selber gebackener Kuchen und für den Notfall Feuerzeuge. Erfreuend kommt hinzu, dass dort zu nahezu jeder Zeit trink und Partyfreudige Kommilitonen anzutreffen sind. So kann man dort einen lustigen Nachmittag verbringen. Trinken, Kiffen und hin und wieder einen Lachgas Luftballon. Hauptsache man kann sagen, man war in der Uni.Mehr als einmal wurde mir die Fachschaft bereits zum Verhängnis. Einmal kam ich dabei mit einem Hugo Boss Pullover zurück, den ich vorher noch nicht hatte. Die Freude währte allerdings nicht lange, da er beim ersten Waschvorgang eingegangen ist.Während ich schreibe, frage ich mich, ob die Nähe zur Fachschaft wirklich als positiver Punkt zählen darf. Aber ich denke doch.5. Die MensaLeider gibt es in dem Gebäude, in dem meine Vorlesungen stattfinden, nur eine kleine Cafeteria. Aber diese bietet wirklich leckere Kleinigkeiten für den schmalen Studenten Geldbeutel. Und die netten Damen dort schenken zu allem Überfluss auch noch Gutmann Weißbier aus !6. Liegen geblieben SachenBei einer so großen Anzahl an verplanten Leuten auf einem Haufen, kann man davon ausgehen, dass wirklich einiges an Dingen vergessen wird. Das Verrückteste war wohl die schwarze Mädchenunterwäsche, die eines Tages vor der Bibliothek lag. Am schönsten war es aber immer, wenn Pizzen oder Fast Food stehen gelassen wurde. Schön, dass im Gebäude meine Fakultät auch BWLer untergebracht sind.7. Der Neid der anderenZu guter Letzt. Kein Vorteil im klassischen Sinne, aber immer wieder eine Genugtuung, mit einer ausufernden Armbewegung den ungefähren Standort der Wohnung mit den Worten !“ Ich wohn gleich da drüben, nur 5 Minuten weg“ anzupreisen. Nichts befriedigt mehr als das darauf folgende, leicht neidisch anmutenden Staunen und die anerkennenden Blicke des Auditoriums.Alles in Allem hatte ich eine schöne Zeit in der Wohnung. Nach 2 Monaten musste ich leider ausziehen. Mittlerweile habe ich etwas neues gefunden. Der Weg zur Uni ? - Dauert knappe 5 Minuten.

6.5.17 03:01, kommentieren

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Warum es so unglaublich cool ist, in unmittelbarer Nähe zur Universität zu wohnen

Ende des Jahres 2016 bin ich nach einem halbem Jahr in Berlin nach Nürnberg zurückzogen, um mein Studium weiterzuführen. Nachdem ich bereits etwas mehr als einen Monat auf Sofas diverser Freunde verbracht hatte, bot sich mir die Chance, für einige Zeit eine Wohnung von Freunden zur Zwischenmiete zu übernehmen . Glücklich darüber, bald wieder ein Stück Privatsphäre mein Eigen nennen zu dürfen und die Aussicht darauf, ohne Beschwerden nackt durchs Zimmer laufen zu können, nahm ich das Angebot ohne Umschweife an. Als ich mich nach der Lage der Wohnung erkundigte, stellte ich fest, dass sich diese in unmittelbarer Nähe zu meiner Universität befand.Ich ahnte bereits, dass sich dies positiv auf meine Uni Besuchs Rate auswirken könnte, welch weitere Vorteile der Standort mit sich bringt, war mir bis dahin jedoch nicht klar gewesen. Dies sollte sich in kommenden Monaten ändern.1. Überraschung ! Der Weg zur Uni ist nicht weitVorlesung um 14 Uhr ? Wecker auf 13:45, Müsli to go in der Tupperbox, Hoodie übers Schlafshirt, Mütze auf und raus. Genau 6 Minuten vergehen vom Schließen der Haustüre bis zum automatischen Öffnen der Universitätstüren. Perfekte Kippen Zeit. Um sich eventuell noch 5 Minuten mehr Schlaf zu genehmigen, starte ich den Versuch, das Rad zu benutzen. Wegen der ungünstigen Gestaltung der Fahrradwege verlängert sich die Wegdauer dadurch aber nur. Bei Wochenendseminaren ergibt sich ein weiterer Vorteil: bereits eine 30 Minütige Mittagspause bietet plötzlich die Chance zu einem kurzen Mittagsschlaf im heimischen Bett. Auch bin ich wohl tatsächlich öfter zu Vorlesungen gekommen. Die Ausrede mit dem nervigen Hinweg hat ja jetzt nicht mehr funktioniert. 2.Kostenloser Highspeed InternetzugangLeider wurde mir mein Wlan nach einem Monat abgeschalten und so war ich Zuhause bald internetlos. Wenn die Universität ums Eck liegt, sieht man das jedoch relativ gelassen. Jeden Abend ab 20 Uhr war ich anschließend in eben jener Stammgast und konnte mich mit bester Internetqualität, durch die Untiefen des Internets kämpfen. Musik und Filme downloaden, Emails beantworten, auf Facebook versumpfen. Dabei habe ich nicht nur herrlich schön Zeit verplämpert, sondern auch Freundschaft mit dem Sicherheitsdienst geschlossen. Darüber hinaus ist mir klar geworden, dass es mehr Studenten ohne heimischen Internetanschluss gibt, als man denkt. Oder warum sonst sitzt man bis 10 Uhr abends in der Uni ?Einsame Seelen auf der Suche nach Internet, die in der Uni fündig werden. Wie schön. 3 Fitnessstudio und DuschenGlücklicherweise hat genau zu jener Zeit ein örtliches Fitnessstudio für Werbezwecke mehrere Geräte zur kostenlosen Benutzung im Erdgeschoss der Uni installiert.So konnte ich meine Joggingrunden mit einem kleinen anschließenden Kraft Work-Out verbinden. Da meine Dusche in der Wohnung relativ klein war und Wasser ja auch seinen Preis hat, habe ich mich anschließend auch oft gleich noch dort geduscht. 4. Bier, Kuchen und MenschenDa die bayrischen Ladenschlussgesetze nicht besonders viel Rücksicht auf meinen - zugegebenermaßen etwas ungewöhnlichen - Lebensrhythmus nehmen und es nach 20 Uhr bereits eine gewaltige Aufgabe darstellt, irgendwo Bier aufzutreiben, war es sehr vorteilhaft, die Fachschaft der sozialen Arbeit – im übrigen meines Studiengang – ums Eck zu wissen. Ein schier endloser Vorrat an diversen Bier Sorten für einen Euro, dazu eine Auswahl verschiedener Spirituosen und Club Mate. Oft auch selber gebackener Kuchen und für den Notfall Feuerzeuge. Erfreuend kommt hinzu, dass dort zu nahezu jeder Zeit trink und Partyfreudige Kommilitonen anzutreffen sind. So kann man dort einen lustigen Nachmittag verbringen. Trinken, Kiffen und hin und wieder einen Lachgas Luftballon. Hauptsache man kann sagen, man war in der Uni.Mehr als einmal wurde mir die Fachschaft bereits zum Verhängnis. Einmal kam ich dabei mit einem Hugo Boss Pullover zurück, den ich vorher noch nicht hatte. Die Freude währte allerdings nicht lange, da er beim ersten Waschvorgang eingegangen ist.Während ich schreibe, frage ich mich, ob die Nähe zur Fachschaft wirklich als positiver Punkt zählen darf. Aber ich denke doch.5. Die MensaLeider gibt es in dem Gebäude, in dem meine Vorlesungen stattfinden, nur eine kleine Cafeteria. Aber diese bietet wirklich leckere Kleinigkeiten für den schmalen Studenten Geldbeutel. Und die netten Damen dort schenken zu allem Überfluss auch noch Gutmann Weißbier aus !6. Liegen geblieben SachenBei einer so großen Anzahl an verplanten Leuten auf einem Haufen, kann man davon ausgehen, dass wirklich einiges an Dingen vergessen wird. Das Verrückteste war wohl die schwarze Mädchenunterwäsche, die eines Tages vor der Bibliothek lag. Am schönsten war es aber immer, wenn Pizzen oder Fast Food stehen gelassen wurde. Schön, dass im Gebäude meine Fakultät auch BWLer untergebracht sind.7. Der Neid der anderenZu guter Letzt. Kein Vorteil im klassischen Sinne, aber immer wieder eine Genugtuung, mit einer ausufernden Armbewegung den ungefähren Standort der Wohnung mit den Worten !“ Ich wohn gleich da drüben, nur 5 Minuten weg“ anzupreisen. Nichts befriedigt mehr als das darauf folgende, leicht neidisch anmutenden Staunen und die anerkennenden Blicke des Auditoriums.Alles in Allem hatte ich eine schöne Zeit in der Wohnung. Nach 2 Monaten musste ich leider ausziehen. Mittlerweile habe ich etwas neues gefunden. Der Weg zur Uni ? - Dauert knappe 5 Minuten.

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